Die staatlichen Schulen sind in Nepal in einem desolaten Zustand, Klassen mit mehr als 40 Kindern sind die Norm, das Schulmaterial ist immer knapp. Wie mangelhaft das Schulsystem ist, zeigen die jährlichen Abschlüsse der Grundschule: Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Schulen fällt am Ende des zehnten Schuljahres bei den Prüfungen für das School Leaving Certificate (SLC) durch. Die nach dem Ende des 13-jährigen Bürgerkriegs (2005) eingeleitete Reform des Bildungssystem kommt nur langsam vorn. 


Im Sertshang Orphanage Home wird grossen Wert auf eine gute Ausbildung gelegt. Dank der grosszügigen Unterstützung der Stiftung Eugen und Elisabeth Schellenberg aus Frauenfeld konnte die Ausbildung der Kinder laufend verbessert werden. Heute werden sie an zwei Privatschulen im Quartier unterrichtet. Nach dem SLC besuchen die Jugendlichen ein ihren Fähigkeiten und Interessen entsprechendes College oder machen eine Anlehre; einige wenige treten direkt ins Berufsleben ein. Sie alle werden begleitet bis sie selber für ihr Leben aufkommen können.


Das Schulangebot wird im Kinderheim mit regelmässigen Lektionen in den Fächern Tanz, Musik und Yoga durch externe Lehrkräfte ergänzt. Weiter werden die Kinder mit tibetischen Wurzeln in Religion, Sprache und Kultur ihrer Heimat unterrichtet.


Zum Waisenheim gehört inzwischen auch ein Café: Ältere Jugendliche können dort in einem professionellen Umfeld bei befristeten Einsätzen in der Küche, und im Service wichtige Arbeitserfahrungen sammeln. Weitere Einsätze sind zudem im Hausdienst eines kleinen Gästehauses in unmittelbarere Nähe des Waisenheims möglich.


Die Ausbildung

Seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat das Sertshang Orphanage 99 Kinder aufgenommen. Zur Zeit leben 52 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und zwanzig Jahren im Heim. Knapp die Hälfte von ihnen besucht bereits das College. Weitere acht studieren auswärts. Diese jungen Studentinnen und Studenten werden weiterhin begleitet und verbringen ihre Ferien jeweils im Waisenheim. Drei Jugendliche haben sich für ein Leben als Mönch entschieden. Sie erhalten in derselben Klosterschule, die auch Chogyal Rinpoche im nordindischen Kalimpong besucht hat, ihre Ausbildung. Auch sie haben regelmässigen Kontakt mit dem Waisenheim und kommen in den Ferien nach Kathmandu.


Die Älteste, die 2016 als erste eine Berufsausbildung abgeschlossen hat und Krankenschwester ist, wird in ihrem weiteren Ausbildungsziel (Hebamme) unterstützt. Sie lebt jedoch nicht mehr im Heim.


Die Kinder